Na, illegal ist das nicht!

Auch wenn der Bauplan noch fehlt, die Materialliste hab ich schon und kann einkaufen gehen, um mir die Wartezeit zu verkürzen.

Ich würde mein Boot ja gerne ‚nachhaltig‘ bauen, also am liebsten aus heimischen Hölzern und mit Epoxy, das nicht auf Erdöl basiert. Aber das ist gar nicht so einfach. Ein Epoxy auf Pflanzenbasis habe ich zwar gefunden, aber der Vertrieb dafür ist undurchsichtig. Außerdem verstehe ich nicht genug von Kunstharzen um zu entscheiden, ob es wirklich etwas taugt. Da das Boot aber nicht nach einer Saison wieder auseinander fallen soll, gehe ich also auf Nummer Sicher und nehme herkömmliches Epoxy, allerdings nicht mit dem dazugehörigen weißen Füllstoff, sondern mit einer Füllermischung, deren Farbe auf Okoumé abgestimmt ist.

Die Suche nach heimischem Sperrholz war dann leider ähnlich ergebnislos. Lärche würde sich als Holzart eignen, aber daraus fertigt kaum jemand Sperrholz. Zumal die Lärche dann auch nicht heimisch wäre, sondern aus Sibirien käme. Und vielleicht ist das ein Vorurteil, aber ich frage mich ob Lärche aus Sibirien wirklich nachhaltiger wäre als Plantagen-Okoumé irgendwo in den Tropen. Leicht ernüchtert gebe ich also auf und konzentriere meine Suche auf zertifiziertes Okoumé- Sperrholz, was auch gar nicht so einfach ist. Denn von den drei Händlern in einem Umkreis, den ich noch fahren würde um das Holz zu holen, weiß keiner wo sein Holz herkommt. „Na, illegal ist das nicht!“ war das schärfste was ich dazu zu hören bekam. Im Internet finde ich eine französische Firma, die nachhaltiges Okoumé-Bootsbausperrholz herstellt und bis unter die Decke zertifiziert ist. Allerdings haben sie vor lauter Zertifikaten irgendwie die Vertriebskanäle vergessen, einen zuverlässigen Händler in Deutschland können sie mir nämlich nicht nennen.

Letzten Endes bestelle ich das Sperrholz über das Firmenkonto des Werkstattbesitzers beim entsprechenden Händler, denn an Privat verkauft von denen auch niemand. Und habe Glück. Mit Hilfe des Stempels auf den Platten kann ich nachvollziehen aus welcher Plantage das Holz kommt und die zugehörige Firma gibt auf ihrer Webseite ausführlich über ihre nachhaltige Philosophie Auskunft.

Laut Materialliste brauche ich außerdem noch Vollholz: Pappel und Zeder. Beides sind in Amerika wohl recht verbreitete Hölzer, in Deutschland aber absolut exotisch. Nach kurzer Beratung durch den Holzhändler ersetze ich Zeder mit Lärche. Und nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für Abachi als Pappelersatz. Allerdings fragen wir uns alle, wozu ich so ein weiches Holz am Boot wohl brauchen werde. Aus der Materialliste geht hervor, dass es an die Kanten der Flügel und an die Scheuerleiste geht. Eigentlich komisch, genau diese Teile aus weichem Holz zu machen. Aber da der Bauplan noch nicht da ist, kann ich nicht nachgucken und muss es erstmal zu hinnehmen. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass ich mir das Extraholz hätte schenken können. Nach Plan wird es nur der hellen Farbe wegen verwendet, um eine schöne Optik von hell zu dunkel zu haben wenn die Kanten des Boots klar lackiert werden. Da ich aber wahrscheinlich nicht klar lackieren werde, wäre es wurscht. Ich habe jedoch keine Sorge, dass sich für die schöne Planke nicht auch noch ein Projekt finden lässt.

abashi.jpg

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