Modellbau

Die hintersten Flügelträger werden im 45 Grad Winkel zum Spiegel angebracht und das Loch dazu ist angeblich trapezförmig. In der Anleitung ist beschrieben wie die Schnitte zu setzen sind und es gibt auch ein paar Fotos. Trotzdem will mir nicht einleuchten, wie ein rechteckiges Holz in ein schräges Loch passen soll. Nachdem ich dann das Bild vom Anschnitt bei Randall Watson gesehen habe, war es mit meiner Vorstellungsgabe endgültig vorbei. Und bevor ich das am Steckdino ausprobiere, schnitze ich mir ein Pappmodell.

Da mache ich dann auch erstmal einfach ein ordentliches Loch rein, damit ich mir angucken kann wie der Träger da drin sitzt. Die Bordwand stückele ich dann entsprechend an und siehe da! Das Loch hat wirklich eine schräge Kante. Den Anschnitt probiere ich dann auch gleich noch aus, indem ich ihn – zugegebener Maßen recht grob – aus meinem Testträger ausstemme. Wie ich das dann später in Schön mache, weiß ich noch nicht, aber immerhin verstehe ich jetzt wie es aussehen muss.

Dann wird es Zeit, mein Eckmodell auf den Steckdino zu übertragen. Etwas mulmig ist mir schon, als ich die Säge schräg ansetze, zumal ich es quasi frei Hand mache, da ich keine Idee habe, wie ich mir eine Führung für die Säge bauen kann. Ein Bleistiftstrich auf der Bordwand muss also reichen. Mit vielen Pausen, Gucken und Peilen klappt es auch und die Löcher sind drin. Allerdings habe ich sie bemessen als die Stützen noch nicht eingepasst waren, so dass die Löcher letzten Endes zu groß sind.

Dann sind die Eckträger dran. Mein Modell hat mir gezeigt, wie die hintere Kante aussehen muss, damit sie an den Spiegel passt. Zumindest grundsätzlich. Und nach viel Gegrübel, zwei gezielten Schnitten und ein bisschen Arbeit mit der Feile passen sie dann auch. Mit Kanthölzern und Schraubzwingen baue ich die Halterung, um sie einzukleben, denn direkt dran zwingen kann ich die Träger bei den vielen Winkeln nicht. Das Gewicht, das da dran baumelt, sorgt übrigens dafür, dass die Konstruktion in waage ist.

Dass ich die Löcher für die Eckträger zu groß geschnitten habe, ignoriere ich vorerst und erst nachdem die Träger fest sitzen, schneide ich etwas Holz zu und stopfe die Löcher damit.

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Schneiden Sie bitte ein Loch ins Boot

Der Steckdino bekommt Flügel und dafür müssen Träger an die Spanten geklebt werden, die über die Bordwand hinaus reichen. Innen sind sie angeschrägt, damit sie in den Winkel zwischen Decksplanke und Flügel passen. Um bei allen den gleichen Winkel zu erhalten, lege ich die Träger gestaffelt nebeneinander und schneide in einem Rutsch dran lang. Die Bandschleifmaschine mit eingestelltem Anschlagwinkel übernimmt dann den Rest.

Damit die Träger oben bündig mit Spanten und Bordwand abschließen, muss ich Löcher in die Wand sägen. Da Okoumé so weich ist, säge ich die Löcher unter Maß aus und passe sie mit der Raspel an die Größe der Träger an. Allerdings zeigt sich dabei, dass die Spanten etwas schief stehen und die Träger oben nicht gerade abschließen, wenn sie an den Spanten anliegen. Mit Hilfe der Bandschleifmaschine nehme ich an den Seiten der Träger etwas weg. Natürlich wäre es viel einfacher gewesen, die Träger einfach oben plan zu schleifen, aber ich will lieber die Breite statt die Höhe reduzieren, um die Stabilität so weit wie möglich zu erhalten.

Um die Flügelträger einzubauen muss das Boot zunächst mal wieder in waage ausgerichtet werden. Aber darin habe ich ja schon Übung. Dann klemme ich die ersten beiden Träger an die Steuerbordspanten an, überlege mir wo die Schraubzwingen hin kommen und wie ich sie da befestige. Nachdem alle Flächen, die mit Epoxy in Berührung kommen könnten mit Paketklebeband vor Festkleben geschützt sind, wird es ernst. Eine Woche später klebe ich die Gegenüberliegenden Träger an und richte die an den Steuerbordträgern aus.

Da ich mich nicht traue am Boot zu sägen oder anderweitig zu Ruckeln während das Epoxy anzieht, komme ich mit den Flügeln nicht sehr schnell voran. Dafür nutze ich die Wartezeit um die Decksplanken zusammenzukleben. Dabei habe ich aus der Erfahrung mit den Bodenplanken und den Rumpfstößen gelernt und verwende Abreißgewebe um nicht wieder eine Kraterlandschaft zu bekommen.

Nachdem also die Flügelträger an den Spanten festgeklebt sind, schneide ich die Löcher für die Träger dazwischen. Allerdings werde ich sie noch nicht einkleben. Steuerbord hat sich ja gezeigt, dass die Bordwand eine Beule hat und wenn ich jetzt den Träger so einklebe, dass er in einer Flucht mit den anderen liegt, wird es nach dem Ausbeulen nicht mehr so sein. Da sich an den anderen Stellen auf ähnliche Weise noch was ändern kann, warte ich lieber gleich mit allen vier Trägern, bis die Bordwand durch den Flügelboden fixiert ist.

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