Der zweite warme Tag

Zwei Tage später roch es dann aber endlich wieder nach Epoxy in der Halle und ich habe die restlichen Löcher an den Kanten gespachtelt und die Planken an die Stringer geklebt.

Dazu mussten die Schrauben wieder raus. Das angedickte Epoxy habe ich von unten mit einem Spachtel zwischen Planke und Stringer geschmiert und dann die Schrauben fis wieder rein gedreht.

Auf Backbord scheiterten die Versuche, Planke und Stringer mit Kabelbindern auf den Spant zu ziehen jedoch an der Stärke, oder vielmehr Schwäche, der Kabelbinder. Und mit Schraubzwingen kommt man der Stelle ja nicht bei. Aus ein paar Tampen und einem Schraubenschlüssel bauen wir zu zweit eigene „Schraubzwingen“ und unter viel Geknirsche (sowohl von der Planke als auch von meinen Zähnen) bringen wir das Boot in Form.

PlankenStringerProblem6

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Der erste warme Tag

Der erste warme Tag des Jahres war ein Dienstag und ich hatte sogar Urlaub. Aber statt an unseren jeweiligen Baustellen zu arbeiten, waren wir in Warnemünde und tranken Cappuccino mit Blick aufs Meer.

Frühlingserwachen

Mitte März erreichen die Temperaturen langsam so um die 10 Grad und es juckt mich langsam wieder in den Fingern. Also wecke ich den Steckdino und fange mit den Vorbereitungen an, damit ich am ersten Tag über 15 Grad gleich mit den Epoxy-Arbeiten weiter machen kann.

Winterschlaf3Ich ziehe also die Kabelbinder und schleife das überstehende Epoxy rund um die Löcher grob an. Gerade am Bug, wo die Zwischenräume klein und voller Epoxy sind, bleiben Kabelbinderteile stecken und lassen sich auch mit Zange und Dorn nicht rausholen. Aber da sie nicht rosten können, bleiben sie einfach drin.

Als weitere Vorbereitung will ich die Planken an die Stringer schrauben. Das soll später verklebt werden, aber die Schrauben sollen es dafür halten und ich schraube Probe um sicherzustellen, dass ich die Planken komplett dran bekomme. Das ist wichtig, denn dadurch wird der Bug am Ende seine schnittige Form bekommen. Die Linien dafür hatte ich schon vor dem Winter auf die Planken gezeichnet und eine erste Bohrung zeigt, dass ich gut gemessen und gezeichnet habe. Dennoch habe ich vor den Schrauben am Bug echt Bammel. Die Planken stehen gut einen Zentimeter ab. Noch schlimmer ist aber, dass sie leicht konvex gebogen sind, sie aber konkav auf den Stringern liegen sollen. Das heißt, die müssen mit richtig Dampf in Form gezogen werden und die 12 mm Schrauben, die die Anleitung empfiehlt (und die ich da habe), schaffen das sicher nicht. Also kaufe ich 16 mm Schrauben und nehme in Kauf, dass sie unten leicht durch die Stringer pieksen und ich hinterher mehr spachteln muss.

Langsam arbeite ich mich auf der Backbordseite von hinten nach vorne. Hier ist es schlimmer als Steuerbord und wenn was knackt, dann lieber gleich. Ich bin schon am vordersten Spant vorbei und die Planke wölbt sich bereits leicht konkav, als es plötzlich Plopp macht und die Planke sich wieder nach oben wölbt. Ich dachte erst, die Schraube wäre mir abgerissen, aber ein Blick unters Boot verrät: die Klebung zwischen Stringer und Spant hat aufgegeben und der Stringer ist mit der Planke hochgekommen. Da man der Stelle mit Schraubzwingen nicht beikommt, will ich alles mit Kabelbindern zusammenziehen, sobald Epoxy dazwischen ist.

PlankenStringerProblem4

Nach der Aktion war die Steuerbordseite ein Kinderspiel, die sich vorbildlich benommen hat.

Plankenverlängerung

Die Planken sind länger als die Sperrholzplatten. Deshalb werden sie je aus zwei Teilen stumpf mit Glasband zusammen geklebt. Damit das Glas später nicht aufträgt, werden die Platten leicht angeschrägt, was ich nach Augenmaß mit dem Exzenter gemacht habe. Und dann müssen sie auf einer absolut planen Ebene aneinander gelegt und verklebt werden. Wozu so eine Schweißplatte alles gut ist! Um die Klebung auch flach und gerade zu halten, beschwere ich sie mit Stahlteilen. Damit die nicht festkleben, kommt Klarsichtfolie dazwischen. Das verhindert zwar wirklich das Festkleben der Gewichte, aber es liegt nicht glatt auf dem Epoxy auf und hinterlässt nach dem Aushärten eine Kraterlandschaft, die beim Schleifen viel Frust bereitet. Trotz langsamer Drehzahl, grobem Papier und wenig Druck schleife ich leichte Rillen in das Holz neben dem Glasband. Im Boot ist das ja nicht so schlimm, und außen muss ich dann eben Spachteln üben. Gut, dass der Rumpf nicht klar lackiert werden soll.

Beim Zusammenkleben der Planken zeigt sich allerdings auch, dass die Papierpläne nicht ganz sauber sind. Die Plankenstücke sind am Stoß nicht gleich breit. Also wie zusammenkleben? Die Bodenplanken habe ich so geklebt, dass die gerade Kante am Kiel entlang glatt bleibt. Die Kante im Knick hat daher einen Versatz, den ich nach dem Schäften etwas beigeschliffen habe, damit die Lücke, die ich hinterher spachteln muss nicht zu kantig ist. Bei den Seitenplanken habe ich den Versatz dann jeweils zwischen links und rechts verspielt. Beim Auflegen der Planken wird sich zeigen, wie schlimm diese Lücken sind.

PlankenVorbereiten

Weil der Bug so spitz zuläuft, müssen auch die vorderen Teile mit 3 Schichten Epoxy lackiert werden. Und wie bei der Spitze des Steckdinos muss auch die erste Schicht komplett geschliffen werden; es sind Blasen ohne Ende drin. Allerdingst ist es nicht ganz leicht, die großen Planken von der Schweißplatte, auf der ich sie geklebt habe, auf die Arbeitsplatte zu bugsieren, auf der ich schleifen kann ohne mir den Rücken kaputt zu machen. Dabei kann ich dann aber auch gleich das Glasband über der Schäftung beischleifen, Löcher für die Kabelbinder bohren und dort schmale Ausbuchtungen sägen, wo später der Schwertkasten sitzt. Die Buchten mache ich zunächst ganz klein, damit sie auf keinen Fall größer als der Schwertkasten werden. Ganz ohne traue ich mich aber auch nicht, damit ich den Schwertkasten später wieder finde, wenn die Planken auf dem Boot sind.

Jetzt geht’s das erste Mal rund

Die Stringer müssen auf 12×12 mm geschnitten werden. Es ist ziemlich aufregend, so dünne Leisten auf der Tischkreissäge aus Lärchenplanken aufzusägen. Aber sie hinterher durch den Dickenhobel zu schicken, macht richtig Spaß.

Die Stringerleisten werden dann sortiert, damit möglichst keine Astlöcher drin sind und die Stringer werden auf Länge geschäftet. Dann wird es ernst: Die Stringer werden in die Schlitze in den Spanten eingepasst und am Bug unter Hitze gebogen. Erst haben wir es mit nassen Lappen und der Heißluftpistole versucht, wie es in einem anderen Blog empfohlen wurde. Das hat aber nur dazu geführt, dass der Lappen außen trocken wurde und innen noch kalt blieb. Also haben wir den Lappen nur dazu genutzt, das Holz anzufeuchten und haben dann das Holz direkt erhitzt, OHNE es anzusengen.

So ließ es sich dann gut biegen und mit weiteren zahlreichen Zwingen in Position bringen um die Stringer dann mit Epoxy einzukleben. Durch die geschwungenen Linien der Stringer sieht man das erste Mal, dass der Steckdino mal ein Boot werden soll.