Vier Tage Schleifen

Der nächste Schritt ist die Versiegelung des Innenraums, was in der Bauanleitung mit einem Satz abgehandelt wird. Es setzt aber voraus, dass alle Flächen angeschliffen sind und das ist bei den ganzen Ecken und Kanten gar nicht so leicht. Um möglichst viel mit der Maschine zu machen, ziehe ich alle Register: Rotex, Deltaschleifer, Kantenschleifer auf dem Multimaster, Lamellenaufsatz auf der Bohrmaschine und sogar ein Kunststoffbürstenaufsatz auf dem Akkuschrauber. Trotzdem bleiben noch jede Menge Stellen übrig, die mit der Hand geschliffen werden müssen. Aber nach dem langen 4-Tage Wochenende Anfang Oktober ist es geschafft und ich warte darauf, dass es nochmal warm wird um die erste Schicht aufzutragen.

Die Wartezeit verbringe ich damit, die Decksplanken anzupassen. Trotz genauem Zuschnitt, liegt die mittlere Planke nicht sauber auf dem Spiegel auf, passt auch nicht in die Bugform und schließt nicht sauber mit den Seitenplanken ab. Mit Stichsäge und Schleifpapier arbeite ich nach und weigere mich, darüber nachzudenken, wo der Fehler her kommt und welche Auswirkungen das haben könnte.

Zwei Wochen später tut das Wetter mir den Gefallen nochmal warm zu werden und ich streiche den gesamten Innenraum und die Unterseiten der Decksplanken. Für die größeren Flächen nehme ich dafür einen Spachtel, denn damit wird der Auftrag dünner und es entstehen keine Blasen. Die erste Schicht hat schließlich nur die Funktion, die Holzfasern aufzustellen. Über den Winter kann ich die dann in Ruhe anschleifen, um im Frühjahr die zwei Schichten für die Versiegelung aufzutragen.

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Frühling, wo bist Du?!?

Kaum hatte ich mich beim Hohlkehlenziehen warm gelaufen, wurde es auch schon wieder zu kalt für Epoxy. Obwohl es also schon April ist, mache ich darum mit meinem Winterprojekt, den Foils, weiter. Die geleimten Bohlen müssen dafür profiliert werden und nach einem Tipp aus einem anderen Blog stand fest, dass ich es mit einer Oberfräse versuchen will, die ich auf einem Schlitten gerade über die Bohle führen kann. Da H. –  wie schon bei der Helling – der festen Überzeugung ist, dass so eine Schlittenkonstruktion krumm und schief wird wenn man sie aus Holz baut, musste zwingend ein Metallbau her. Während er tüftelte und schweißte, kümmerte ich mich um die Frage, wie ich denn das Profil vom Papier gut auf die Bohle übertragen bekomme. Klar, eine Kopie des Plans war schnell gemacht und das Profil damit auf die Stirnseite der Bohle zu übertragen wäre ein Kinderspiel. Aber dann hätte ich den Fräser per Augenpeilung auf die richtige Höhe einstellen müssen, was selbst mir dann doch zu ungenau erschien. Stattdessen habe ich also die Profilform auf ein Stück 10 mm Sperrholz übertragen und es mit der großen Schleifmaschine in Form geschliffen. Diese Form wurde dann auf die Stirnseite der Bohle geschraubt und beschert mir einen feinen Anschlag für den Fräskopf.

Bevor es dann losgehen konnte, habe ich das Schlittengerüst und die Bohle in waage ausgerichtet und gründlich fixiert. Dieser Satz klingt recht banal, es hat aber eines halben Tags hantieren mit Wasserwaaage und Schieblehre bedurft, bis die Bohle so lag, dass ihre Mittellinie überall den gleichen Abstand zum Schlitten hatte. Ich habe die Mittellinie zum Ausrichten genommen, weil beide Oberflächen ja nach dem Leimen etwas uneben waren, was ja dann später weggefräst wird.

Und dann ging es los, Fräser auf den Schlitten setzen, Frästiefe einstellen und Schicht für Schicht das Schwertprofil aus dem Holz herausarbeiten. Der Trick mit dem vorgesetzten Profil, auf das ich den Fräser aufsetzen kann hat super funktioniert und das Schwierigste an der Arbeit war tatsächlich überhaupt zu verstehen, wie die Fräse funktioniert. Wie rum dreht sich der Kopf? Wo nimmt er dann das Holz ab? In welche Richtung arbeite ich also am besten? Und wie stelle ich die Höhe des Fräsers ein??

Nachdem ich den Bogen raus hatte, musste ich nur noch konzentriert arbeiten. Denn natürlich ist die Stahlbauweise nicht die Lösung für alle Schiefen-Probleme. Wenn man etwas drückt, biegt sich der Schlitten nämlich durch und Schwups hat man unterschiedlich tief gefräst.

Aber irgendwann war die erste Seite dann soweit profiliert, dass bis zur Mittellinie nur noch dünne Stege rechts und links dran waren. Ich habe die Gelegenheit, dass das Schwert durch die seitlichen Auflagen noch stabil und gerade liegt, genutzt um den Mittelteil schonmal zu schleifen. Oh wei ist Esche hart! Das Profil wirklich glatt zu schleifen wird noch einige Zeit dauern.

Aber erstmal ist die zweite Seite dran.

 

Wo gehobelt wird…

Die Kanthölzer an der Unterkante des Schwertkastens müssen so angeschrägt werden, dass sie der Rumpfform folgen und die Planken glatt aufliegen können. Bevor ich die Form gemäß der Planken anzeichnen kann, muss ich den Schwertkasten erstmal ausrichten und fixieren. Dazu klemme ich links und rechts je zwei Leisten an, die von Spant zu Spant am Schwertkasten vorbei gehen. Ich klemme sie so, dass sie auch dran bleiben können, wenn die Planken drauf gehen. Dann lege ich die Planken an und ziehe Linien am Schwertkasten um zu sehen, bis wo hin ich Holz wegnehmen muss.

Da muss ganz schön was weg, aber damit ich auf keinen Fall zu viel wegnehme, mache ich das mit der Hand. Papas alter Hobel geht dafür super. Sein Messer hatte ich mit schärfen lassen als ich die Messer des Dickenhobels weggebracht hatte. Nur als ich so weit komme, dass ich auch die aufrecht stehenden Hölzer vorne und hinten am Kasten mithobele wird es schwierig. Da stehen die Fasern senkrecht und hinten bricht mir glatt ein Stückchen raus, so dass eine Ecke von der Epoxylackierung im Schwertkasten rausbricht. Gottseidank geht es nicht weit rein und ich kann es überlackieren.

Dann geht es weiter und ich lege immer wieder eine kurze Platte an um zu gucken, wie viel noch runter muss. Irgendwann stimmen dann die Winkel auf beiden Seiten und es sieht tatsächlich so aus, als ob ich die Planken noch vor dem Winter drauf bekommen kann.

Zeitvertreib

Die Werkstatt, in der ich den Steckdino bauen darf ist riesig und gut ausgestattet. Nur ein Dickenhobel fehlt. Da ich alle anderen Maschinen mitbenutzen darf finde ich es nur fair, dass ich den Hobel kaufe. Und auch wenn er im Rest des Maschinenparks eher niedlich wirkt, ist er eine super Anschaffung. Er kam mit zwei Messersätzen, die ich kurzerhand habe schleifen lassen. Es war eine ziemliche Fummelei, die frisch geschliffenen Hobelmesser einzubauen. Dank Youtube wusste ich wie es geht und irgendwann saßen sie beide auf gleicher Höhe und vorne so hoch wie hinten. Puh!

Ich darf auch das gesamte Kleinwerkzeug mitbenutzen. Aber ich mag nicht immer danach suchen müssen. Zumal das Lieblingsversteck des Werkstattbesitzers das Innere seiner 25er Friendship ist, die er am anderen Hallenende ausbaut. Also habe ich meinen eigenen Werkstattwagen ausgerüstet, der sich abends auch leicht wegschließen lässt.

werkzeugwagen

Außerdem habe ich die Epoxy-Station eingerichtet. Epoxy mischen ist übrigens eine super Begründung dafür, haufenweise griechischen Sahnejoghurt zu essen. Die Töpfe eignen sich prima zum Anmischen und unser Stapel wächst und schrumpft je nach Arbeitspensum und Hunger.

epoxy_station